Wie spielt man Student?
Ich hatte heute ein letztes Mal Gelegenheit noch einmal Student zu spielen. Ein Freund von mir hatte sich bereit erklärt, für jemanden mitzuschreiben und ich leistete ihm Gesellschaft. Was ich allerdings nicht so ganz geschnallt hatte, war, dass wir heute drei Übungen besuchen würden. Aber der Reihe nach. Zuerst gingen wir in die Makroökonomie-Übung. Leider war kaum noch ein Platz frei, so dass wir zwei Randplätze einnahmen. Da machte ich mir noch keine Sorgen und nahm genüsslich den Playboy entgegen. Ich fand es auch recht amüsant, dass ich bei mindestens einem Drittel der anwesenden Studenten schon Praktikum abgenommen habe. Erst als der leicht gelangweilte, minimal überhebliche Übungsleiter den netten jungen Mann vor mir zum Gang an die Tafel zwang, wars vorbei mit der Gelassenheit. Meine Deckung war verloren. Mein Kumpel hat das natürlich viel cleverer gelöst. Er hat sich gleich am Anfang gemeldet und die erste Frage völlig falsch beantwortet. Und um sicher zu gehen, dass klar ist, bei ihm ist nix zu holen, hat er auch noch die ‘besten’ Fragen gestellt. *Spalter!* War ja klar, wer als Nächstes dran kommt. Und es kam wie es kommen musste: Der Übungsleiter erspäht mich hinter dem Lockenschopf und fordert mich auf:
Übungsleiter: Vielleicht die Dame dahinter?
Ich (guck nach oben und schlage unauffällig den Playboy zu): Ähm ich hab zwar von dem allen hier überhaupt keine Ahnung, aber ich komm gern nach vorn und schreib an die Tafel.
Übungsleiter: Na dann kommen Sie mal. Sie sind wenigstens fröhlich.
Ich gehe nach vorn.
Übungsleiter: Na gut, sie studieren wohl MW (Medienwirtschaft).
Ich: Nein.
Übungsleiter: Dann WIW (Wirtschaftsingenieurwesen).
Ich: Nein.
Übungsleiter: Dann Wirtschaftswissenschaften!
Ich: Auch nicht.
Übungsleiter (mittlerweile schon leicht irritiert): Was studieren sie denn dann?
Ich (hüstel): Ähm ich hab Physik studiert.
Gelächter aus dem Publikum und leichte Gesichtsentgleisung beim Übungsleiter.
Übungsleiter: Und was machen sie dann hier?
Ich: Och, ich bin heute Gasthörer.
Ich durfte dann ein bisschen an die Tafel schreiben und ich hab auch ein bisschen was gewusst. Nagut ich hab glücklich geraten. Aber eins weiß ich noch ganz genau: Mein Banknachbar hat mir da ein gewisses Getränk versprochen und ich habs nicht vergessen!
Die zweite Übung war recht einschläfernd: Verwaltungsrecht. Es war auch nicht sehr förderlich, dass man in der dritten Reihe schon fast nichts mehr hören konnte.
Krönender Abschluss war Operations Research. Es stellte sich heraus, dass wir mit dem Übungsleiter erst vor kurzem auf einer Party zu Abend gegessen hatten. Entsprechend herzlich war die Begrüßung. Ebenso positiv wurden die Playboyhefte aufgenommen. Wir waren uns auch einig, dass die Vorlesung wesentlich lustiger verlaufen würde, wenn wir dabei noch einen Caipi schlürfen würden.
Hach schön wars. Ich hatte jedenfalls meinen Spass.
saint
das haste dir ja die absoluten kracher zum spielen ausgesucht