Stuhltanz
Heute nacht bin ich in eine fremde Stadt gereist. Der Name der Stadt war mir bekannt, aber sie sah dann gar nicht so aus, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Alles begann auf einem großen Platz mit einer Reihe aufgestellter Stühle. Als ich hinzukam war leider nur noch der vorderste Stuhl frei. Also nahm ich auf diesem Platz. Sobald ich saß, merkte ich auch schon wie mein Stuhl langsam und wackelig abhob. Ein Blick über die Schulter bestätigte, dass die anderen Stühle ebenso abhoben und keinesfalls einen sichereren Eindruck machten. Also krallte ich mich an der Sitzfläche fest und versuchte die Aussicht zu genießen. Das Wetter war schön und es gab auch ein paar interessante Dinge zu sehen. Diese uneingeschränkte Aussicht und die Tatsache, dass eine falsche Bewegung mich viele, viele Meter in die Tiefe stürzen würde, flößte mir jedoch ordentlich Angst ein. Irgendwann schwenkten die Stühle und flogen auf einmal rückwärts. Kurz darauf befand ich mich auch schon wieder auf dem Boden und zwar vor einer alten Ruine in der eigentlich nur noch ein Raum existierte. Meine Mitreisenden waren irgendwie alle verschwunden. Trotzdem wußte ich was ich zu tun hatte: Ich stellte meinen Stuhl in der Mitte des Raumes ab, säuberte ihn ein wenig und stellte mich daneben auf. Ein Gefühl wie Fahrstuhlfahren durchfuhr mich und kurz darauf befand ich mich in einem langen Flur zusammen mit meinen Mitreisenden und mir wurde, wie allen anderen, mein Zimmer für die Übernachtung zugeteilt.
smile