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Amok

Ich muss nach Kassel fahren. Mein Vater und meine Schwester bringen mich zum Bahnhof. Wir sind viel zu früh und da ich oft umsteigen muss, versuche ich ein paar Informationen vom Bahnpersonal zu bekommen. Die Frau im Wärterhäuschen auf dem Bahnsteig sieht mich, ignoriert mich aber und macht demonstrativ das Fenster zu als ich sie trotzdem anspreche. Doch dann kommt sie an der Seite heraus spaziert, weil ihre Schicht zu Ende ist. Wieder gehe ich auf sie zu und setze gerade an um meine Frage zu stellen. Ohne die Miene zu verziehen zieht sie sich vor meinen Augen ihre Schuhe und ihren Rock aus. Gibt mir dann seelenruhig und etwas gelangweilt die gewünschte Information ohne dass ich überhaupt meine Frage stellen konnte. Dann dreht sie sich um und geht weg.
Bald kommt mein Zug und deshalb begebe ich mich mit meinen Sachen auf den Bahnsteig. Auf dem Bahnsteig gegenüber scheint wohl auch bald ein Zug einzufahren, denn er ist ebenfalls ziemlich gefüllt. Und alle möglichen Leute stehen dort: Geschäftsleute, Touristen, Tramper, Pendler…
Zwei Typen fallen mir dort irgendwie auf. Sie passen nicht in das Bild. Sie sehen nicht so aus als würden sie irgendwohin wollen. Im Gegenteil. Ihre Haltung und ihr Blick machen auf mich einen abgebrühten Eindruck und geben mir das Gefühl als würden sie mit Spannung etwas erwarten. Und sie laufen hin und her während alle anderen sich einen Platz suchen und ruhig auf den Zug warten.
Endlich trifft mein Zug ein. Ich finde ohne Probleme einen Platz für mich und einen für mein Gepäck und mach es mir gerade gemütlich für die lange Reise. Da hält auch gleich der Zug neben mir auf dem Bahnsteig. Und ich beobachte wie die Leute ein- und aussteigen und sich ihren Platz für die Fahrt zurecht machen. Die beiden Typen stehen immer auf dem Bahnsteig.
Der Aufruf zum Einsteigen ertönt. Dann passiert alles irgendwie ganz schnell. Die zwei steigen ein. Jeder von ihnen schnappt sich scheinbar willkürlich irgendjemand und zerrt ihn in den anderen, meinen Zug. Dort setzen sie ihn vor sich hin und erschießen ihn wie ein Exekutionskommando. Das höre ich allerdings nur. Sehen kann ich es nicht, da der Blick durch eine Wand versperrt ist. Dann bricht die Hölle los. Scheinbar zieht dann ein anderer Zuginsasse ebenfalls eine Knarre, anders kann ich es mir gar nicht erklären, und eine Riesenballerei geht los. Um mich hagelt es nur so an geschossen. Ich verkrieche mich unter meinem Sitz, bzw. versuche mich möglichst klein und unsichtbar zu machen. Einer der Schützen wurde inzwischen auf meine Seite des Wagons gedrängt. Und während dieser Schießerei sehe ich ihm die ganze Zeit ins Gesicht. Kaltblütig schießt er alles nieder was sich bewegt und nicht eine einzige Gefühlsregung ist dabei in seinem Gesicht zu erkennen.

Dies ist nur ein Teil von dem was ich heute Nacht geträumt habe. Der Rest ging auch so in die Richtung, aber noch einiges überdrehter. Selbst im Traum hatte ich teilweise das Gefühl ich wäre in einem Film. Allerdings in einem Film den ich noch nie gesehen habe.

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Träume Alpträume

3 Kommentare zu ' Amok '

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  1. Philipp schrieb, am 3. März 2006 um 11:35 am

    Solche Träume entstehen, wenn man die kleinen Kinder alles im Fernsehen anschaun lässt….
    Aber dass du von einer Frau träumst, die sich den Rock auszieht, erstaunt mich jetzt schon ;)

  2. glyxkind schrieb, am 3. März 2006 um 11:39 am

    Irgendwie hab ich schon beim Schreiben vermutet, dass du dem Rock nicht wiederstehen kannst.

    Und: Isch abe gar kein Fernsehen.

  3. Philipp schrieb, am 3. März 2006 um 3:18 pm

    Aba Intanetz! da gibts auch böse Dinge zu entdecken.

    Tja, manchmal bin ich mir sogar selber zu durchschaubar…

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