Abschied und schon wieder Viehzeuch
In einer fremden Stadt am Meer. Ich wohne dort in einem kleinen Hotel. Die ersten Tage schlendere ich durch die Stadt und schau mir alles an. Am Sonntag kann ich mir überlegen ob ich nach Hause zurückkehre oder lieber noch ein paar Tage bleibe. Ich entscheide mich fürs bleiben. Deshalb gehe ich auch in einen grocery store um für Essen zu sorgen. Ein ziemlich kleiner Laden und alles ist sehr eng. Aber im hinteren Teil gibt es einen großen Kühlraum in dem Fleisch und Fisch angeboten wird. Teilweise frisch geschlachtet. Naja, ich schlendere da so lang und will gerade eine Verkäuferin etwas fragen, da erzählt sie mir irgend einen Unsinn, dass der Laden gleich zu macht (es ist gerade mal mittag) und verschwindet dann. Darauf hin kommt ihre Chefin zu mir, die das scheinbar beobachtet hat und möchte dass ich das bezeuge. Komische Sache, denke ich bei mir.
Am Nachmittag treffe ich mich mit ein paar Freunden. Bald beginnt der Frühling und an diesem Nachmittag scheint die Sonne angenehm ins Gesicht. Trotzdem ist es noch eisig kalt und während wir am Wasser lang schlendern, weht ein starker Wind vom Meer herüber. Meine beiden Freunde sind dabei sich von mir zu verabschieden; sie wollen weiter ziehen. Sie verwandeln sich währenddessen in einen Albatross und in eine Möwe. Und während wir reden und sie sich verwandeln laufen wir weiter und zwar über das Wasser direkt auf das weite Meer hinaus. Als wir an einer Boje an der Mündung in den Hafen angelangt sind, ist der Zeitpunkt des Abschieds gekommen. Ich frage sie ob sie mich noch bis zurück auf festen Boden bringen bevor sie endgültig gehen. So fassen sie beide mit ihrem Schnabel eine Seite von meinem Pullover und gehen mit mir in die Luft. Wenige Minuten später lassen sie mich in seichtem Wasser zu Boden wo ich auf einen steinigen Strand laufen kann. Ich dreh mich um und wink ihnen nach und wate dann die letzten Meter durch das Wasser. Das interessante an der Sache ist, ich spüre das Wasser gar nicht. Es fühlt sich nicht nass an und ich bin auch ganz trocken als ich aus dem Wasser herauskomme.
Am Strand ist eine kleine Gruppe von Menschen die um ein Feuer herumsitzen. Sie laden mich zu sich ein und wir erzählen uns gegenseitig von unseren erlebten Abenteuern. Auf einmal starrt ein Typ, mit Safari-Hut etc., einer der schon ‘alles’ erlebt hat, meinen Nachbarn ganz intensiv an, so als hätte er etwas entdeckt. Blitzartig steht er auf und steuert direkt auf meinen Nachbarn zu. Dabei streckt er den Arm aus. Er geht ganz nah an dessen Kopf und liest dort ein kleines Tier auf. Es ist grau und sieht ein bisschen wie eine sehr, sehr kleine Spinne aus. Er nimmt es in den Mund und reißt ihm, ich weiß nicht wie, mit den Zähnen ein Bein aus. Dann zeigt er jedem in der Runde am Feuer das kleine Tier bevor er es in das Feuer wirft und erzählt wie gefährlich sie sind. Sie hausen auf deinem Kopf bzw. deiner Kopfhaut, wo sie sich richtig eingraben. Dort vermehrt es sich und da es so klein und grau ist, kann man sie ganz schlecht sehen und die meisten Leute wissen gar nicht, dass sie solch eine Plage auf dem Kopf haben. Irgendwann wird es ihnen zu eng auf einem Kopf und sie beginnen zu wandern und auf andere Menschen überzuspringen.
Dann verliert sich der Safari-Hutträger in eine obstruse Verbreitungstheorie in der Diplomaten am meisten von solch einem Ungezieferbefall gefährdet wären, wohingegen einfache Strassenkinder nur ganz selten solche Tierchen aufweisen.
Hab ich erwähnt, dass mir die halbe Nacht und der ganze Morgen der Kopf wie doll und verrückt juckt? Und mittlerweile habe ich schon auf der ganzen Haut so ein kribbeliges Gefühl.
nervous