Spinnen-Alarm
Zusammen mit meiner Schwester betreue ich eine Kindergartengruppe, die natürlich einen Haufen Dreck veranstaltet. Bevor wir sie in die Pause entlassen räumen wir spielerisch mit ihnen wieder alles auf. Es bleibt allerdings eine Menge liegen, so dass meine Schwester und ich erstmal den Boden auffegen. Es ist Herbst und am Boden liegt eine Menge Sand und trockenes Laub. Und wie wir den ganzen Dreck stückweise vor uns her bewegen und ich meiner Schwester beim Eintüten helfe, bemerke ich zunächst gar nicht, dass sich zwei kleine Tierchen auf meine Hose verirrt haben.
Zwei Spinnen krabbeln gerade mein Bein nach oben. Die Oberste ist mit ihrem etwa Daumendicken Körper für meine Verhältnisse schon riesig, aber die Untere besitzt einen Handteller-großen Körper und ist damit für mich gigantisch. Und grün.
Panisch versuche ich meine Schwester darauf aufmerksam zu machen. Doch die hält in ihrer Arbeit nicht einmal inne um sich umzudrehen. Wahrscheinlich weil ich nicht mehr als ein heiseres ‘Ch..Ch…Ch..’ rauskriege. Also bin ich auf mich allein gestellt. Die kleinere Spinne ist mittlerweile ziemlich weit oben angekommen. All meinen Mut zusammen nehmend schnipse ich sie mit den Fingern weg. Doch was mach ich mit der Mega-Spinne? Weg schnipsen geht nicht, dafür ist sie zu groß. Und in die Hand nehmen kommt gar nicht in Frage! Und irgendein Vermittlerwerkzeug ist auch nicht in Reichweite. Mitten in meinen Überlegungen fällt mir auf, dass das Riesenviech nicht nur stehengeblieben ist, sondern jetzt auch noch den Rückzug antritt. Noch mehr Panik macht sich in mir breit. Schnell, schnell! Irgendwas muß mir doch einfallen, um es weg zu kriegen. Letztendlich komme ich zu dem Schluß sie mit beiden Händen von mir zu schlagen, doch ich kann mich einfach nicht überwinden es zu tun.
Jetzt ist es zu spät und ich spüre wie die Spinne sich daran macht die Innenseite meines Hosenbeines wieder nach oben zu krabbeln. Ich dreh durch. Unter Geschrei und Getöse hab ich so schnell wie noch nie in meinem Leben die Hose geöffnet und den Fuß aus dem Hosenbein ein Stück herausgezogen, um anschließend wie besessen darauf herumzutrampeln und ganz sicherzugehen, dass dieses Ding den Tag, die Minute, DIESE Sekunde nicht überlebt.
Endlich höre ich auf und seh wie ein kleiner grüner Klumpen Matsch an meinem Hosenbein klebt. Die Gefahr ist beseitigt. Ich bin gerettet.
Ich schau zur Seite nach oben und alle Kinder gucken mich schockiert und befremdet an.
Mitten in der Nacht aufgewacht. Erst mal Licht angeschaltet und überprüft, dass auch ja keine Spinne sich in mein Hosenbein oder in mein Bett verirrt hat. Hab ewig nicht einschlafen können, da sich das Bild tausender kleiner Babyspinnen, die nur darauf warten mich ungehindert bekrabbeln zu können, nicht vertreiben ließ.
terrible