Nachwirkungen von Halloween?
Ich arbeite als eine Art Pflegerin und Gesellschafterin. Unter anderem bei einer sehr netten alten Dame. Heute scheint ein besonderes Datum zu sein, denn alle sind in einer unbewußten Art sehr unruhig. Und heute hat die Dame auch Besuch. Von einem jungen Mädchen. Sie hat sehr lange Haare und sieht allgemein nett aus. Nur ihre Augen zeigen einen grausamen Zug. Die Dame versucht gerade das Mädchen zu überzeugen, dass sie heute besser nicht zum Totenfeld geht. Das Mädchen bleibt störrig diskutiert gar nicht weiter und verläßt wortlos den Raum. Die Dame schaut mich entschuldigend an, dann steckt sie mir noch eine alte zusammengepresste Limonadendose zu.
Irgendwie springt heute mein Handy ständig an und spielt immer denselben Song. Und es zeigt lauter Anrufe in Abwesenheit an, obwohl ich es den ganzen Tag bei mir getragen hab und ich es nicht hab läuten hören.
Der Tag geht ansonsten seinen gewöhnlichen Lauf. Am Tagesende führt mich mein Weg immer in den rechten oberen Flur des Wohnblocks. Dort steht eine Tonne, über deren Zweck ich mich schon immer gewundert habe. Als ich heute dort ankomme wartet das Mädel schon auf mich. Sie kommt auf mich zu und nimmt mir mein Telefon weg um damit zu telefonieren. Instinktiv weiß ich, dass sie die ältere Dame anruft. Ich bin ein bißchen verwirrt als sie sie mit ‘Hi Mom’ anspricht. Dann wache ich aus meinem Trancezustand wieder auf und reiße mein Telefon wieder an mich. Dabei schubse ich sie leicht und sie fällt über das Treppengeländer direkt am Fenster. Aber man hört keinen Aufprall. Ich beuge mich über das Geländer um zu sehen was passiert ist. Und dort sehe ich wie das Mädel die Glaswand federleicht emporsteigt. Ihre Augen leuchten regelrecht vor Entschlossenheit und Bösartigkeit. Ihr folgen auf dem Treppen ein Menge Menschen, viele von ihnen kenne ich. Ich versuche einen der anderen Wege zu nehmen doch aus allen Richtungen kommen mir Menschen entgegen. Ich sitze in der Falle.
Ich weiß gar nicht was mich auf die Idee bringt oder warum ich das mache, doch ich nehme die alte Limodose aus der Tasche und falte sorgfältig auf bis sie wieder ihre ursprüngliche Form hat. Ich weiß die Dose ist leer, aber ich nehme trotzdem einen Zug. Und diesen Atemzug entleere ich in alle Richtungen. Die Menschen weichen zurück und gucken mich sehr vorsichtig an. Ich nehme einen weiteren Zug. Der Blick des Mädels ist auf einmal sehr ängstlich und ich weiß jetzt, dass ich ihr gefährlich werden kann. Ich puste noch einmal kräftig in alle Richtungen. Und das Mädel sowie der Rest der Menschenmenge verschwinden. Übrig bleiben drei Frauen. Ein paar Freunde von mir. Ich frage sie, warum sie noch da sind. Darauf zucken sie mit der Schulter die eine steckt fest und die anderen hätten zehn Stunden geschlafen.
on fire