Arbeitstag
Piep … pieeeeeep …
ich rolle mich seitlich aus dem Bett um möglichst schnell den Lärm loszuwerden. Nur noch fünf Minuten. Ok. Ok., bei meinem Wecker sind es eher acht. Noch mal einkuscheln, der Traum eben war sooo schön. Er kann doch nicht schon zu Ende sein. Snooze
…
Piep … pieeeeeep …
Der Wecker ist gnadenlos. Na gut nur noch einmal in die Verlängerung, aber dann steh ich wirklich auf. Snooze
…
Piep … pieeeeeep ……….Stop
Aber diesmal wirklich. Wirklich, wirklich, wirklich. … aber, vielleicht… nein, wirklich.
Sonst kommste nie aus Bett. Irgendwann muß ich ja arbeiten gehen. Nein, ich geh nicht auf direktem Weg zurück in mein warmes, kuscheliges Bett, sondern mach des Licht an und strecke mich erst mal richtig. Und dann schalt ich den Computer ein. Piep (hoffentlich des letzte Piep für heute) Wie jeden Morgen führt mich der erste Weg ins Bad, die üblichen Dinge eben. Wieder draußen sind immerhin die Augen schon mal etwas weiter offen als zwei kleine Schlitze. Es kann nur besser werden.
Einmal tief Luft holen. Ausatmen und einen Schritt nach vorn machen. **,* kg. Hmm, es war ja Ostern. Lassen wir gelten.
Gut was ziehen wir denn heute an? Die Hose? Nein, die hatte ich gestern schon an. Ich fühle mich eher nach was Bequemem. Also heute mal Baggy Pants und Pulli.
Dann ab in die Küche um Cornflakes und Milch zu holen. Nebenbei ein bissel lesen, Musik hören, meinen Traum von heute Nacht aufschreiben. Wie war der gleich nochmal. Ahh ja ich erinnere mich.
Oh man, ist ja schon 8:10, ich sollte wohl bald mal los.
Schnell Zeugs in die Küche bringen, Tasche packen, Computer runter fahren, Lautsprecher ausmachen. Umdrehen. Hab ich was vergessen? Ein Blick ums Zimmer. Nein sieht aus wie immer.
Zimmer-Tür zu. Schuhe anziehen. Jacke und Tasche schnappen. Haustür aufsperren und mit dem Schlüssel leise wieder zu ziehen.
Alles verstauen. In die Jacke schlüpfen und Treppe runter laufen. Die nächste U-Bahn kommt gleich. Also zügig die paar Meter zur Ecke gehen. Auf der Mitte der Rolltreppe spüre ich diesen verräterischen Wind. Mist. Ok. Ruhig. Es steht 50:50, dass es nicht meine U-Bahn ist. Also ich sprinte die letzte Hälfte der Rolltreppe runter, quer über die Halle zur andern Rolltreppe. “Tschuldigung kann ich mal vorbei?” Dann schiele ich unter der Decke durch. Mist. Es ist meine U-Bahn! Letzte Reserven werden locker gemacht, noch sind die Türen nicht zu. “Bitte zurück bleiben!” Ratsch An der Tür angekommen. RRRRRRRrrr Und Tschüss.
Naja, die nächste U-Bahn kommt in 5 Minuten. Ich fahre sowieso lieber mit der U8, die ist nicht so voll wie die U2, kriege ich bestimmt nen Sitzplatz, red ich mir zu. Und außerdem muß ich denn nicht mitten auf der Strecke umsteigen, sondern kann erstmal bis Endstation fahren und dann nur noch zwei Haltestellen; auch wieder Endstation. Es ist auch gar nicht schlimm, dass ich mich vollkommen umsonst beeilt habe. So kann ich die Zeit nutzen und weiter in meinem ‘U-Bahn’-Buch lesen.
Hoffentlich kommt die nächste Bahn wenigstens pünktlich und nicht wieder irgendwelche Störungen wie sonst.
…
Nee Glück gehabt. U8 ist da. Wie immer letzte Tür im zweiten Wagen. Sitzplatz ergattert.
…
“Nächste Haltestelle ******. Dieser Zug endet hier. Bitte alle aussteigen. ”
Massen von Menschenmengen drängen mit mir zur Treppe und alle haben ein Ziel: die Kartenleser beim Pförtner. Und wie immer ist der Langsamste von allen genau vor mir, und wenn der hinter mir noch mehr drängelt, segele ich kopfüber die Treppe runter. Wenns nicht so schmerzhaft wäre, wäre es ja mal interessant zu wissen wie viele ich wohl mit mir reißen würde, im Falle eines Falles. … Aber nein, nix passiert.
Und gleich die nächste Treppe wieder rauf. Und diesmal hängen wirklich interessante Rucksäcke in meinem Gesicht, so richtig mit Schlüsselanhänger und so. Wenigstens regnet es heute nicht. Da ist die Gefahr der ‘Ist mir doch egal ob meine Regenschirm Ihnen im Auge piekt’- Leute gebannt.
Acht Kartenleser und ein Pförtner stehen bereit um den Andrang im 10Minuten Takt zu bewältigen. Welchen nehme ich bloß? Der da ist leer und die Karte funktioniert heute sogar. Was wohl heute alles an steht?
…
Irgendwo auf dem Weg zwischen Eingang und Büro senkt sich der Nebel und ich wache auf. Ich hab verschlafen. Es ist 9:30. Ich müßte seit mindestens einer halben Stunde arbeiten. Mein Wecker ist auf wundersame Weise aus. Ohne dass ich mich erinnern könnte, ihn ausgestellt zu haben. Ich renne ins Bad. Schnapp mir n paar Klamotten, esse schnell n Stück Kuchen von zu Hause, schmeiße n paar Sachen in die Tasche und renn los.
Auf Arbeit angekommen, stell ich fest, dass ich die Hälfte an Zeugs vergessen hab und heute sowieso fast niemand auf Arbeit erschienen ist.
flirt